Praxisforschung Schlössli Ins

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… zum Beispiel Florian Schneider 

 

Die Meinung eines ehemaligen Schülers sollen die BesucherInnen über den Betrieb ins Bild setzen. Lesen Sie deshalb hier einiges aus dem Lebensweg von Florian Schneider.

Florian Schneider arbeitet heute als Musicalsänger in Hauptrollen an Theater in der Schweiz und in Deutschland. Daneben gibt er im selben Fach Konzerte, nimmt CDs auf und arbeitet auch für Unterhaltungsshows im Fernsehen.



«Das Sozial-Pädagogische Seminar (im Schlössli Ins) versprach einem gescheiterten Staatsschüler wie mir die Chance, trotz charakterlicher Eigenheiten und Anpassungsschwierigkeiten im Umgang mit schulischen Autoritäten, doch noch zu einer Bildung und einem Schulabschluss zu kommen. Ich habe mich selber entschieden, in die Schlössli Ins Schule in Ins einzutreten. Meine Eltern liessen mir die freie Wahl...

Wir hatten nur eine vage Ahnung von Waldorfpädagogik. Wahrscheinlich dachten auch meine Eltern, dass man dort noch am ehesten mit ihrem querulanten Sprössling fertig würde. Wir erfuhren über den schulpsychologischen Dienst unseres Kantons von der Existenz der Schlössli Schule. Ich bin noch heute offen für diese Form der Pädagogik und würde, lägen die Dinge bei meinen Kindern ebenso wie damals bei mir, auch sie nach Ins schicken...

Mein heutiger Beruf (Opern- und Musicalsänger) erhielt im Schlössli ganz bestimmt seine ersten Anregungen. Es wurde ja immer viel gesungen. Ich hatte dort auch meine ersten Möglichkeiten, vor Publikum aufzutreten...

Schärfung der Sinne durch Erlernen diverser handwerklicher Fertigkeiten wie Töpfern, Steinhauen usw. Das Interesse an Kunst und Kultur, d.h., lebendiges Geschichtsbewusstsein wurde gefördert auf drei grossen Studienreisen und in deren umfassender Vorbereitung...

Ich hatte im Schlössli in groben Zügen in vielerlei Dinge und Zusammenhänge (Natur, Kunst, Mythen etc.) Einblicke erhalten. Auch der spielerisch-kreative Umgang mit Stoffen, Materialien, mit Musik und Sprache waren mir im Schlössli Selbstverständlichkeiten. In meinen späteren Jahren an staatlichen Schulen kamen mir diese Erfahrungen oft zugute und lösten bei der Lehrerschaft Verblüffung und bei den Mitschülern sogar etwas Neid aus...

Die Erziehung im Schlössli wirkt sich, trotz aller Bildungslücken, auch noch heute auf mein Leben und auf den Umgang mit meinen Mitmenschen aus. Wir wurden dazu erzogen, dem Schwächeren seine Unzulänglichkeiten nachzusehen, den Stärkeren nicht kritiklos zu bewundern. Mit diesem Grundkonzept bin ich bis heute gut gefahren und gedenke diese Werte auch an meine eigeneTochter weiterzugeben.

Der im Schlössli geförderte spielerisch-kreative Umgang mit zu bewältigenden Aufgaben, hilft mir noch heute in meinem Beruf als Theatermensch und fördert zudem mein persönliches Wohlbefinden. Lernen, ohne Angst und Druck, spielerisch-kreatives Lernen, eine fröhliche Grundstimmung, historisches Bewusstsein und positives Denken sind für mich Begriffe, die das Schlössli Ins charakterisieren...

Nach der Schlössli Ins Schule erreichte ich das Diplom am Kindergarten-Seminar in Liestal BL mit Bestnoten, Gesangstudium und Opernstudio der Musikakademie Basel mit Abschlussdiplom und Bestnoten, Internationales Opernstudio am Opernhaus Zürich mit Abschluss und ununterbrochenen Theaterengagements seit 1985...

Ich denke sehr gern an diese Jahre zurück und bin meinen Eltern, den Lehrern und überhaupt dem Schlössli dankbar, dass mein Aufenthalt dort mich sicher vor einem Totalabsturz ins Drogenmilieu bewahrt hat. Ich habe dort viel gelernt und zehre von diesen Impulsen bis heute.»

 

 

 

Schlössli Ins : Schul- und Heimgemeinschaft : CH-3232 Ins