Den Regenbogen als Naturphänomen zu bestaunen, ist seit Menschengedenken ein Bedürfnis. Damit aber ein Regenbogen am Himmel entsteht, braucht es die dunkle Regenwand und die helle Sonne im Rücken des Betrachters. Obwohl jeder Mensch schon einen Regenbogen gesehen und seine Schönheit bewundert hat, ist wenigen Menschen die Regenbogen-Optik bekannt.
Darum habe ich schon in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts im Rosenhof-Park im Schlössli Ins ein Regenbogeninstrument gebaut. Aus einer waagrechten Röhre spritzt aus Düsen Wasser herunter. Die Röhre kann man je nach Sonnenstand waagrecht drehen, so dass die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Regenwand scheinen. Schaut man nun von einem etwas erhöhten Stand aus, möglichst nah auf die Regenwand, so sieht man den Schatten des eigenen Kopfes im Zentrum eines Regenbogenkreises von 360°.
Dieses Phänomen kann man natürlicherweise auf einem Bergrücken stehend sehen, wenn vor einem ein Nebelmeer ist und hinter einem die Sonne scheint. Dies nennt man in der Literatur das Brockengespenst. Das gleiche kann man auch vom Flugzeug aus sehen, um den Schatten des Flugzeugs über den Wolken.
In der Regenwand des Regenbogeninstruments sehe ich den Regenbogen viel kleiner und viel näher. Wenn ich den Kopf bewege, bewegt sich auch das Zentrum des Regenbogens (Schatten von meinem Kopf) und ich kann feststellen, dass jeder Mensch seinen subjektiven eigenen Regenbogen sieht. Kein Mensch kann für mich den Regenbogen sehen.
So kann ich bei Sonnenschein im Regenbogeninstrument den Regenbogen genauestens beobachten: Von dieser Achse aus (Sonne eigener Kopf Schatten meines Kopfes) sehe ich zylinderförmig von meinem Auge ausgehend, in einem Winkel von 42° den Hauptregenbogen. Aussen Rot, dann gegen Innen Orange, Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau und Violett. An das Violett angrenzend können sich weitere schmalere Regenbogen anschliessen. Die Farben wieder in der gleichen Reihenfolge. Dort wo sich nun das Violett mit dem Rot des inneren, kleineren Regenbogens trifft, entsteht dann oft das Purpur, das ja nicht zu den Spektralfarben zählt. Ausserhalb des Regenbogens (roter Rand) ist es relativ dunkel, innerhalb des Regenbogens (violetter Rand) ist es ganz hell.
Von der Sehachse aus, etwa 51° entfernt, sieht man den schwächeren Regenbogen mit der umgekehrten Reihenfolge der Farben (aussen violett, innen rot). Ausserhalb des Nebenregenbogens ist es wieder heller als innen.
Dieser Sehzylinder von meinem Auge ausgehend bewirkt, dass der Regenbogen sich schnell vergrössert, wenn ich mich von der Wasserwand entferne. Da ja die Wasserwand nur beschränkt gross ist, sehe ich den 360°igen Regenbogen nur, wenn ich ganz nahe und erhöht vor der Wasserwand bin. Nun baute ich eine 3x3 Meter grosse schwarze Wand, die mit Rollen versehen, verschoben werden kann. Es sprüht von oben ein Wasservorhang. Wenn nun diese Wand (Regenbogeninstrument) rechtwinklig zur Sonneneinstrahlung verschoben wird und ich mich nahe und erhöht an die Regenwand begebe, sehe ich wiederum diesen Regenbogenzauber, wie vorhin beschreiben.
Nun im Zusammenhang mit der Museumsnacht 2007 (23. März) bekam ich vom Sensorium im Rüttihubelbad (bei Worb) den Auftrag einen Regenbogen bei Nacht zu produzieren. Vor die vorhandene schwarze Wand mit Regenvorhang wurden auf der Seite und oben Wände gebaut. Das Wasser fällt in eine Wanne und wird wieder zurück gepumpt. Als «Sonne in der Nacht» scheint nun ein 5000 Watt Freshnel-Projektor. Auf der Regenwand erscheint nun wiederum ein Regenbogen, allerdings nie so farbig wie der Sonnenregenbogen. Immerhin kann man beobachten, wenn man nahe genug an die Regenwand geht, dass um den Schatten des eigenen Kopfes dieses helle Rund innerhalb des Regenbogens scheint. Hier kann jeder selbst experimentieren, dass er Mittelpunkt des Regenbogenuniversums ist. Dieser 3x3x3 Meter-Kubus dient dazu, weitere optische Phänomene zu sehen und Erklärungen der Regenbogenoptik zu vermitteln.
Ueli Seiler-Hugova
Regenbogenprojekt
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Idee: |
Ueli Seiler-Hugova |
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Ausführung: |
Firma Hofer in
Müntschemier |