Tagebuch #111

Advent und Welthoffnung

Auf dem Boden Gold und Silber. Goldene Ginkgoblätter und nun hingestreut Silberpappelblätter. Dazwischen eisenrostrote Ahornblätter. Da liegen also die drei Metalle der Herbst-Winterernte. Später als auch schon. Dieses Aufblühen auf dem schon frostigen und dunkeln Dezemberboden. Die meisten Bäume schon kahl und holzig. Die Aktivität verschwindet in die Erde. Der Tierkreisspruch des Steinbocks heisst. „Ich liebe die Sonne um Mitternacht.  Ich spüre in mir den Samen, der einst Blatt und Blüte wird.“ Diese Naturinnigkeit, die Innerlichkeit, die es braucht um Neues zu gebären, zeigt das Adventliche, die Vorbereitung auf die Weltengeburt.

Am 29. November die Klimademo in Bern. Wiederum einige Tausend, vor allem junge Menschen, durch Berns Strassen ziehend. Und das nicht nur in Bern, sondern auch in Amman, in Sydney, in Bagdad. Doch die politische und gesellschaftliche Umwelt ist noch winterfrostig. Gelingt es den warmen und farbigen Kräfte der Jugend, die Herzen der Menschen aufzutauen, damit es Frühling werden kann. Die Kindheitskräfte werden, wenn überhaupt, die Menschheit retten. Eine Weihnachtshoffnung.

Am 30. November spielt eine Musikgruppe im Treff. Es ist Ursina mit zwei Gitarristen und Sänger. Ein schöner Abend. Ursina sagte mir, dass sie in 9 Bands spielt und erst noch den Kinderzirkus im Schlössli leitet.

Am Sonntag, dem ersten Advent , das Adventsgärtli der „Kinderinsel“. Im Saal des Druidenhofs liegt die goldene Spirale der Ginkgoblätter. Sie führt zum Zentrallicht, an dem nun alle Kinder und Erwachsene ihr Licht entzünden können und es irgendwo in die Spirale stellen. Dazu Gesang und Musik. Schlussendlich brennen 50 Lichter im Saal. Auf dem goldenen Ginkgoweg, in das Zentrum schreitend, das innere Licht entzündend. Wieder ein Weihnachtsmotiv.

‹ zurück zur Übersicht