Tagebuch #123

Corona, KunstWerkStatt, Kinderinsel und vieles mehr

Mein letzter Tagebuch-Eintrag dieses Jahr: Das Jahr wird als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Weltweit. Noch ist es nicht ein Jahr, seit Beginn der Pandemie und nächstes Jahr ist alles noch ungewiss. Vielleicht die Impfungen, wenn das eine Lösung des Problems ist.

Im Schlössli waren wir trotz Einzelfällen bis jetzt wie auf einer Insel oder wie in einer Oase, wie Albert Steffen es sagen würde. Die Projekte laufen mit bis ohne Masken sehr gut. Jeder und jede geht selbstverantwortlich mit dieser Seuche um. Es ist oft eine Frage des Mutes und der Überwindung der Ängstlichkeit, der vorauseilende Gehorsamkeit. Ich bin immer wieder glücklich unsere grosse Kinderschar um die Häuser begeistert spielen zu sehen. Was erwartet sie in der Zukunft?

Am 21. November wurde die neu errichtete KunstWerkStatt in unserer Schreinerei, im Alemannenhof im kleinen Kreis eingeweiht. Dieses Projekt, in einem Verein zusammengeschlossen, birgt Ateliers für Keramik, Design, Architektur, Schreinerei und Imkerei. Diese KunstWerstatterInnen haben die Schreinerei in monatelanger Arbeit für ihre Zwecke umgebaut. So ist wieder ein Stück „altes Schlössli“ in ein „neues Schlössli“ umgewandelt worden.

Der landwirtschaftliche Verein auf dem Jodel sucht einen biodynamischen Bauer für Gemüseanbau.

Ich habe Corona bedingt am 27. November das Bleigiessen vor dem Gewölbe gemacht. Vorzugsweise für die Kinder der „Kinderinsel“ und dem „Insich-Projekt. Wunderbar in die staunenden Kindergesichter hinein zu schauen, wenn das heisse Blei im kalten Wasser zu festen Formen erstarrte. Erstarrt und doch Anlass zu der noch offenen Zukunft, als Orakel.

Auch das Adventsgärtli fand im kleinen Rahmen statt.

Nun am 12. Dezember war der Laubtag im Rosenhofpark. Wunderbar wie die BewohnerInnen unserer Schlösslihäuser zusammenströmten, um ein paar Stunden im Park zu wirken: Holz wurde zersägt und versorgt, Laub zusammen gerecht und auf den Komposthaufen transportiert und den Kräutergarten wieder in Schwung gebracht. Eine ausgezeichnete Kürbissuppe mit Züpfe vom Insich-Projekt gekocht und gegessen. Obwohl im gleichen Dorf, nutzten die BewohnerInnen, bei gemeinsamer Arbeit sich auszutauschen, oder sich oft erstmals kennen zu lernen.

Ich bin beeindruckt, dass in diesem jährlichen Laubtag die Solidarität und Freundschaft sich unter den SchlösslerInnen zeigt. Wir zeigen beiliegend Fotos vom Laubtag. Am gliche Tag het d Kinderinsu no Wiehnachtssache uf äm Dorfplatz verchouft.(Foto)

Tom Grossenbacher arbeitet an der Buchhaltung 2020 der Stiftung Seiler und erstellt einen Jahresüberblick. Wir können weiterhin sagen, dass sich die Stiftung finanziell konsolidiert hat. Doch nur durch die wöchentliche Bürositzung der Stiftung, wo im Detail versucht wird, die bescheidenen finanziellen Mittel prioritär ein zu setzen ist dies möglich. Dieses Jahr bewältigten wir eine neue Heizung im Freyahof. Eine Umstellung von Gas auf Pellets. So sind wir ein wenig weiter in unserer nachhaltigen Energie-Bilanz.

Persönlich hat Julian mir meine sechzig Berndeutschgeschichten designet und liess fünfzig Stück als Privatdruck in der Reithallendruckerei drucken. Erst seit einem Jahr erlaube ich mir auf Berndeutsch zu schreiben. Schon hat sich der Weber-Verlag in Gwatt bereit erklärt die Geschichten in ihr Verlagsprogramm aufzunehmen. Im Herbst 2021 sollen sie dort herauskommen. Die Geschichten sind aus meinen Erinnerungen als Anekdoten formuliert. Also sehr autobiografisch.

Mein heutiges Tagebuch ergänze ich mit Auszügen aus meinem persönlichen Tagebuch, das ich fortan immer berndeutsch schreibe. Für mich eine Lust meine Gedanken in meinem persönlichen Dialekt auszudrücken.

I dere Nacht(12. Dezämber) hets mir wieder tröümt. Dass tue nig jedi Nacht. Aber dass mes am Morgen no weiss? Hüt äm morge weiss ig no, dass mini Tröüm mit äm Rosechrützertum zdüe gha hei. Irgendwie bi ni dür d Gägend gschuenet. Aus gheimnisvou. Irgend ä me ne Ort isch äs Zimmer gsi, wo me sich troffe het. Die, mit ä me ne Rosechrützer-Härz. Niemer vo dene Rosechrützer siegi, är sig ä Rosechrützer. D Rosechrützer si nes „offebars Gheimnis“. Si würke i dr Landwirtschaft, i dr Pädagogik, im Künschlerische, im Gsundheitswäse, aus Pfleger, im Soziale. Si würke offebar im Gheime. Ke Organisation, ke Wäbsite.

Doch jede het sie eigete „Wäbschtuou“. Dr Zettu längssittig igrichtet.            Läbesfäde si gsetzt. Quer drzue wird gwobe.. Im richtige Momänt. Grieche säge däm  Kairos. Äs isch Zyt, wenn äs Zyt isch. Öpfu faue, we si rif si. Zur richtigi Zyt. „Zyt isch da, Zyt isch da, sings uf äm Nussboum scho, Gugu“. Zuefau. Äs faut eim zue, wenn es Zyt isch. Viu verpasse mer se, die richtigi Zyt. De vefulet die Zyt wie ne Öpfu, wo ä Bode gheit u nid ufgläse wird, wie bi dr Frou Holle. Ob me ä Goudmarei wird, oder ä Pächvogu, äntscheidet, ob me i dr richtige Zyt z Richtige macht.

I bi dä wo ni bi.

Du bisch dä wo de bisch.

Är oder sie, isch dä oder die, wo sie oder är si.

Mir si die wo mer si.

Dir sit die wo der sit.

Sie si die wo sie si.

Äs isch guet so wie nes isch.

I ha di gärn, so wie du bisch. Häb mi gärn, so wie nig bi.

De si mer so, wie mer si.

U näs isch guet eso.

Aus, wo nig ha, gibe nig ab, schpäteschtens we nig dürs Naduöhr ga. Nid aus isch nümme, we nig muess la ga, was i ha. I bi de no dä, wo ni bi u nüt me angersch. Angersch aus Angersch  nach äm Dürega dür d Sieb, wo nume no düre lat, was i bi, dä wo ni bi. Aues was ig ha, muess ig la ga. Los la im Ga, vo au däm, was ig ha. U nume no si, das isch dr Prys. Drum la lo ga, scho früecher vo au däm Ha, was de muesch la, we einisch muesch ga.

I plange mängisch nach äm Ga us däm Ha. U aus wo mer lieb isch vo däm Ha, muess ig la ga.

I plange öppe nach dere Zyt, wo nig nume no bi, wär i bi. U träffe de au die, wo so si, wie si si.

Was isch de das, was me isch? Mi chas nid erhasche. Me muess es immer neu erschaffe. Äs isch nume da, we mer nume no si, was mer grad si.

Das muess schön si, so ne Wäut im Si. Drum plange ig öppe u blibe dr bi.

Im Si simmer aui bi nang, i ne nang. Keis Ha, nume no im Si.

Drum ha ni di gärn, so wie du bisch u häb mi gärn so wie nig bi. De si mer ineang, so wie mer si. D Liebi isch Si, so wie sie isch. Im Momänt u nume im Momänt. Nid früecher, nid schpäter. S isch glich, wie si isch gsi. S isch glich wie sie wird, sie isch hüt, so wie sie isch.

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