Tagebuch #130

Ein ehemaliger Schüler erzählt u no ne Bärndütschaphorismus

Ein ehemaliger Schüler erzählt:

Am 21.10.2021:

"Lieber Ueli

Das ist aber schön das Schlössli hier im Facebook wieder zu sehen. Ich war 1971 für ein Jahr bei euch und ich mag mich  sogar noch gut an Ätti und Müeti erinnern. Im Druidenhof durfte ich die Hauptrolle des Spartakus aufführen und ich hatte eine Lehrerin die den Familiennamen Gardi hatte. Ich spielte auch Querflöte bei euch und kannte gut den Musiklehrer Thomas Oechslin der auch bei euch unterrichtete.

Ja es war eine gute Zeit und euer Schulsystem hat mir sehr viel gebracht.. Mittlerweile bin ich pensioniert und lebe schon 6 Jahre in Chang Mai Thailand.

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Gesundheit und Freude 🙏🏽🌸

Lieber Gruss Alain Tanner Jahrgang 55“

Ein paar Tage später:

„Lieber Ueli

Warum ich hier gelandet bin hat verschiedene Gründe gehabt.

Nach dem Schlössli Jahr habe ich die Maler Lehre im Betrieb meines Vaters in Schaffhausen begonnen und nach 4 Jahren abgeschlossen. Da ich den Betrieb nicht übernehmen wollte, hatte ich anschliessend die Möglichkeit bei der Swissair als Maler und Lackierer in der Werft zu arbeiten, und schon dort die grosse Welt in den Ferien vergünstigt kennen zu lernen.

Doch die Arbeit war mir zu streng, und ich fühlte mich nach 3 Jahren nicht mehr Wohl, auch wegen den strengen Schichtarbeiten. Meine Mutter hatte als Cello Lehrerin einen Schüler der Purser bei Swissair war, und mir die Idee gab mich dort als Flight Attendant zu bewerben. Ich tat dies nach 3 Monaten Sprach Aufenthalt in London, und begann im Jahre 1984 diesen in dieser Zeit noch faszinierenden Beruf auszuüben.

Es war das Highlight meines Lebens so verschiedene Menschen, Persönlichkeiten und Kulturen kennen zu lernen, da wir ja sehr lange Aufenthalte überall auf dieser Welt hatten. Ich war bei der Swissair bis Dezember 2000 tätig. 

Dann wollte ich eine Änderung und wanderte nach Brasilien aus, und begann eine Ausbildung an der Tourismus Fachschule in Rio de Janeiro als Reiseleiter und Eventmanager. Natürlich bereiste ich so mit Kunden (mehrheitlich Kuoni) das ganze Land, und war zum Schluss zuständig für die Betreuung der Schweizer Medien und CH Fernsehen bei der Fußball WM 2014.

Dann war wiederum Zeit um nach Hause zu gehen, denn ich merkte, dass meine Eltern nicht mehr so lange leben werden, denn sie waren schon recht alt.

Ich wollte in ihrer Nähe sein, und arbeitete zum Schluss am Flughafen Zürich im VIP und Lounge Zentrum der Swiss für die nächsten 6 Jahre. Da ich nach dem Tod meiner Eltern nichts mehr zu tun hatte in der Schweiz, und auch keine Kinder und Geschwister hatte, musste ich einfach weg. 

Ich habe eine sehr liebe Partnerin hier in Thailand kennen gelernt, und wir haben uns ein schönes Haus gekauft und leben glücklich zusammen im Norden Thailands. Wir sind viel in Asien herumgereist, natürlich für Ferien in die Schweiz gekommen, ausser jetzt wegen dem Virus ist das Reisen auf Eis gelegt, ausser innerhalb des schönen Landes wo es soviel zu entdecken gibt.

Ja dies ist ein kurzer zusammen Schnitt meines Lebens.

Ich habe mit Bedauern gelesen, dass der Schulbetrieb im Schlössli 2014 eingestellt wurde. Neid, Macht und Missgunst verdirbt vieles, und ich hoffe doch, dass die jetzige Lösung ein gutes Resultat ist. Vielleicht kommt irgendwann doch wieder eine so tolle Schule wieder zum Leben, denn es war für die meisten doch eine recht gute Hilfe für ihr Leben.

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und grüsse dich freundlich aus der Ferne

Alain“


De no ne Bärndütschaphorismus vo mir:

Giessbachfälle faue u faue, das isch zfride

Giessbachfälle faue u faue, faue u schprütze, donnere u toose, gischte u schuume. Vo Fau zu Fau, achtzähmau, immer wieder. Äs hört nid uf, mi ghörts düruf, mi ghörts dürab, dr ganz Tag, u Nacht drzue, äs isch nie gnue. Mi gsehts u ghörts, die wyssi Schlange, wie si schlänglet. Wo chunnt äs här, das Urtier z ruusche? Vom Himmu dänk u Bärge obe, nach unge u het ke Rue. Doch einisch isch äs z fride. Erscht im See het äs ihre Fride.

 Das Schouschpiu mahnet üs a ds Läbe: Mir faue, faue, faue. Die Schwärchraft, mir si ihr verfaue. Täglech kämpfe mir ihre ägäge. So wie dr Wiudbach schuumet gäge aui Widerschtänd u ufbegährt, so kämpfe mir üs dür ds Läbe. Äs lat üs ke Rue. Immer wieder geits dürab, mir chöis nid ufha. Das isch dr Prys, dass mir chöi läbe i däm Lyb. Dä Lyb isch däm Dürab verfaue, bis är i ds Grab faut u faut u faut.. U mängisch sehne mir üs nach däm Kämpfe, nach Rue, wo mir im Fride.

Doch hei mir i üsem Läbe, no meh aus nume üse Liib zum läbe. I üsem Liib hei mir die Chraft zur Ufrichti, wo sich stemmt gäge das Ache. D Liechti, si git üs die Chraft nach Obe. Drum si mir de Pflanze verwandt, die sueche ds Obe. Sunnewärts, d Sunne git üs d Liechti. So chöi mir ufrächt ga, dä ufrächt Gang, dä erscht macht üs zum Mönschegang. Doch beides bruuchts, die Liechti u die Schwäri. Bringe mir sie ids Glichgwicht. Ohni d Schwäri kei Liechti. Ohni Liechti kei Schwäri. Drum hei mer mängisch ou Friede.

Mir hei aber no ne Seu. Ou die erläbt das Faue u das Stige. Sie zieht üs gäge Abe u doch de Aube wieder gäge Ueche. Himmuhochjuchzend, zue Tode betruebt. Die Schlange i üs schlänglet nid nume gäge abe, doch mängisch gottfridschtutz ou nach ueche. Mir bruuche das Liide, dass mer wieder wüsse was Freue isch. Dr Schmärz ghört zum Läbe. Doch glichsam die Luscht. Mit wärde mit Luscht erzügt, mit Schmärze gebore. So isch ds Läbe. Das isch z fride.

Wie isch das mit üsem Geischt, mit üsem Ig? Het das ou das Ufe u das Abe? Äs säuber isch frei vo dere Chraft nach Abe. Doch äs säuber faut i üse Liib, i ds Läbige u i üsi Seu. Wo aus dra sich äntwickle wott, chraftvou aus gstautet, bringt Neus uf d Wäut, wott se besser mache. We üse Liib sie Ufgab het gmacht, im Grab si Rue fingt, de stigt üses Ig wieder dankbar gäge ufe. U nume wäge däm Ufe u Abe chame witter cho. Ds Ig bruucht de jetzt äs zytli  Rue, bis ds Ig planget wieder nach Abe. Doch Aues im Friede.

Die Giessbachfäu, si faue u faue. Doch das Faue git üs ou d Chraft nache Ueche. Die Chraft, das Donnere u Toose isch mächtig u mahnet üs ä ds Läbe. Mir Wandere dä Fäu ds Düruf u ds Dürab. Lö üs vom Gischt vernäble u befüechte. Die Chraft vo de ne Fäu git üs Chraft für ds Läbe. Äs isch Läbe i däm Toose, Tag u Nacht. Mir schlafe u wache, u eis isch sicher, de Wiudbach tooset u ruschet. Das Wunger, die Chraft isch einzig u tröschtlech, Natur het si Macht. Mi gschpürt au die Elementarchräft, wie si scharwänzle u tanze. Mi cha fasch nid gnue dr vo verzeue, verzeue vom Faue u Faue. Lö mers im Friede.

Alain mit 2 HMong-Mädchen. Die HMongs sind die Bergbevölkerung bei ihm im Norden Thailands.
Alain und seine Partnerin Mel

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