Tagebuch #131

7 Jahre im Schlössli u no ne Bärndütschaphorismus

Vor einer Woche haben wir den 37. Geburtstag und 7 Jahre Arbeit von Tom Grossenbacher im Schlössli Ins gefeiert. Kamila hat in den Fenissaal eingeladen. Wir feierten im engsten Kreis der Stiftung: Tom, Kamila, Markus, Michael und ich. Julian gehört auch dazu. Doch er ist im Zivildienst im Tessin und baut Trockenmauern.

Zuerst gab es ein alkoholfreier Cocktail zum Anstossen und wunderbare Häppchen. Dann sagte ich etwas zum Fenissaal. Die Bilder sind sinnbildlich für unsere geistigen Quellen. Dann setzten wir uns an den Tisch und genossen Raclette mit Kartoffeln und vielen Leckerbissen. Die sieben Jahre Arbeit von Tom in der Stiftung liessen wir Revue passieren. Tom führte die Administration der Stiftung aus dem Chaos der Schlösslischulschliessung im Jahre 2014. Vieles Schwierige, Kuriose und Schöne der Mieter*innen, die kamen und gingen, wurden einander erzählt. Da war stets der ruhende Pol Tom mit seiner Korrektheit und Fachwissen, der die z. T. emotionalen Probleme in sachliche Lösungen führte. Über hundert Mietverträge werden ständig angepasst. Diese Mietverträge, die fair mit den Mietern ausgehandelt werden, sind Grundlage für das gute Einvernehmen. Probleme sind da, die in der wöchentlichen Bürositzung erörtert werden. Tom kann sie kunstfertig schriftlich formulieren und so die Grundlage geben, dass wir exakt wissen, was wir abgemacht haben. Die Arbeitsweise in der Bürositzung ist offen. Stets suchen wir nach einer Lösung, bei dem alle dahinterstehen können.

Tom hat die Übersicht in der Administration und den Finanzen: Fragen kann er oft aus dem Gedächtnis beantworten, oder greift zielsicher zu Unterlagen. Seine Arbeit koordiniert er selbst. Er ist sein eigener Herr und Meister. Wir wissen, dass Tom ausserhalb der Arbeit mit seiner Familie und seinen Freunden sehr unternehmungslustig ist und das Leben liebt. Das ist gut so. Obwohl er mit Haut und Haar die Administration und die Finanzen selbstverantwortlich führt, er hat noch ein anderes Leben ausserhalb des Schlösslis. Das ist gut so.

Für unsere Stiftung, aber vor allem auch für mich selbst, ist Tom ein Glücksfall. Er bildet in einem gewissen Sinne das Zentrum der Stiftung. Glücksfall auch deswegen, weil wir uns in unserer Arbeit als Freunde begegnen. Es ist uns wichtig, dass es dem andern gut geht, dass wir Teilnehmen am Andern, sich aber auch gegenseitig freilassen.

Wir danken Tom für die sieben Jahre Arbeit. Nach dem Essen sagte er uns aber auch, dass er genau so dankbar ist bei uns in der Stiftung arbeiten zu können.


De no ä Aphorismus vo mir:

Vögu

Wäuder u Mattte Wäuder u Matte Wäuder u Matte Wäuder u Matte Wäuder u Matte

Vögu u Vogu flüge am Himmu. Si flüge u flüge u wei nümme höre.

Si erkunde die Luft mit ihrem Fäderchleid so liecht. Sie si so

liecht u gheie nid abe. Sie gleite dür d Luft aus wäres Schiff.

I freue mi ds luege, die luftige Vögu. Mängisch ällei u mängisch im Schwarm.

Was macht se so liecht, die Himmusviecher? D Schwärchraft usheble, das isch ihri Chraft. Sie gniesse die Freiheit, ohni Schwäri ds flüge.

U mängisch träume nig u flüge wie d Vögu. U luege uf Matte u Wäuder vo obe. Äs geit das Flüge, i bi ja im Troum. De weis ig was d Vögu so füele u dänke. Die Wäut ohni Schwärchraft muess schön si vo Obe.

Die Fögu si fäckle u flüge u flüge. Sie luftig u himmlisch, chas chum verzeue. Im Himmu scho si u doch im Läbe, das isch ihri Kunscht. Si himmlisch, die Viecher, i gseh se flüge, vo wyt furt drhär hiehäre.

We d Ärdeschwäri di drückt gäge Bode, de tröum doch vom Himmu u sig ä Vogu!

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