Tagebuch #137

Endlich schreibe ich wieder Tagebuch. Seit zwei Monaten nicht mehr geschrieben. Am 7. Mai üben die Alphornbläser in unserer Arena für das Jodlerfest im Juni. Darum musste vorher mithilfe des Jodlerklub Ins der Dom beim Labyrinth abgebaut werden. Die vierundzwanzig Holzstützen waren unten morsch und müssen erneuert werden. Am14. Mai waren Kamila und ich an der Troxlertagung in Arlesheim und vom 21. bis 31. Mai in Prag.

Vom12. bis 18. Juni war die 9. Klasse der Pardubicer Waldorfschule aus Tschechien bei uns. Sie wurden begleitet von Daniel, der schon etliche Male mit Klassen bei uns war und der Klassenlehrerin Petra, die die Klasse nun 9 Jahre hinaufbegleitet hatte. Dazu kam der Direktor dieser Schule, Milan, der vor 10 Jahren ein Jahr lang in unserer Bauhütte arbeitete. Ich selbst besuchte diese Klasse schon in der 1. Klasse. Sie zeigte schon damals was bewegtes Klassenzimmer ist. Diese SchülerInnen erneuerten im Park den Sinnespfad im Paradiesgärtli und halfen im Park, renovierten die Kückelhaus-Räder vor der Arena. Sie badeteten bei dem heissen Wetter täglich im Bielersee, machten Ausflüge ins Emmental, nach Bern, sind in der Aare schwimmen gegangen, haben bei uns im Park Pizza gebacken. Erstaunlich der Einsatz der SchülerInnen, die klare Führung der LeiterInnen.

Vom 19. bis zum 24. Juni besuchte uns Lehrlinge der biodynamischen Landwirtschaft aus Tschechien und Deutschland. Jirka leitet die Organisation für die Ausbildung in Tschechien und hat schon zwei Klassen. Er ist ein ehemaliger Student in der anthroposophischen Akademie in Prag, wo ich ihn u.a. unterrichtet habe. Martin von Mackensen ist ein führender Gesellschafter und langjähriger Mitarbeiter des Doddenfelderhofs in der Nähe von Frankfurt. Sie beide waren mit dabei. Ich zeigte ihnen das Schlössli und war mit ihnen in der Nacht auf unserem Astrolabium. Neben Unterricht in Bodenkunde machten sie Ausflüge in in biodynamischen Bauernhöfe in der Nähe und fuhren ins Wallis bis zu den Gletschern, um ursprüngliche Bodenbeschaffenheit zu studieren.  Kamila organisierte die zwei Projekte in Bezug auf Unterbringung, Verpflegung und Kommunikation. Wir sind stolz so wichtige Initiativen beherbergen zu können.

Über das Wochende 24., 25. Und 26. Juni war das kantonale Jodlerfest in Ins.  In der Arena vom Rosenhof waren AlphornbläserInnen zum prüfendenden Vortrag eingeladen. Eindrucksvoll die Vorträge die von vielen BesucherInnen schweigend und still verfolgt wurden. Überall gab es Jodlervorträge, so auch in der Kirche. Dann waren natürlich Festbetriebe wo getrunken und gegessen wurde. Ein besonderes Zentrum war das Restaurant Wilder Mann. Bis in alle Nacht hinein wurde gesungen, Fahnen geschwungen und die AlphornbläserInnen zeigten ihr Können. Viel mehr Frauen als früher. Am Sonntagnachmittag gab es einen Festumzug. Auch wider verschiedenste Gruppen, die sich präsentierten. Ein eindrückliches Fest. Und man spürte, dass diese traditionelle Musik heute noch, auch bei Jungen, Anklang findet. Wir sind stolz auch unseren Beitrag zum Gelingen dieses Festes beigetragen zu haben. Es waren sicher über dreissig Tausend Leute in Ins.

Am Dienstag, dem 21. Juni feierten wir das Sonnenwendfest in der Arena im Rosenhof. Auf dem Jodel konnte das Feuer wegen Trockenheit nicht angezündet werden. Am gleichen Abend ist das Hotel Bären Ins abgebrannt, so dass heute nur noch eine grässliche Ruine übrig stehen blieb.

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